Wie der Kiwi seine Flügel verlor
28. August 2008 von thomas
Die Kiwiwoche geht weiter. Heute mit der Geschichte, wie der Kiwi seine Flügel verloren hat.
Eines Tages wanderte Tane Mahuta durch den Wald und sah wie seine Kinder, die Bäume, wegen eines Käferbefalls krank wurden. Er rief daher die Vögel zusammen und fragte welcher statt in den Baumkronen auf dem Waldboden leben möchte, um die Bäume von den Käfern frei zu halten.
Der Tui lehnte ab, weil er sich vor der Dunkelheit am Waldboden fürchtete.
Der Pukeko lehnte ab, weil es ihm unten zu kalt und feucht war.

Pukeko credit: Chamomiletea
Pipiwharauroa, der Kuckuck, meinte er sei mit dem Nestbau beschäftigt.
Nur ein Vogel entschied sich Tane Mahuta zu helfen. Es war der Kiwi. Zwar war es ihm mulmig die Sonne, in deren Schein er lebte, gegen das schummrige Unterholz einzutauschen, aber er wollte Tane helfen.
Groß war Tanes Freude, doch er warnte den Kiwi, dass er seine bunten Federn für ein unscheinbares Gefieder verlieren werden. Und dass er seine Flügel verlieren und nie wieder zu den Baumkronen zurückkehren wird. „Du wirst nie wieder das Licht des Tages erblicken“ sagte er dem Kiwi.
Doch der Kiwi blieb bei seiner Entscheidung.
Daraufhin wandte sich Tane den anderen Vögeln zu und sagte:
„Tui, weil Du so ängstlich bist, wirst Du fortan zwei weiße Federn auf deinem Hals tragen, die dich als Feigling kennzeichnen. Und Du Pukeko, weil Du solche Angst hattest Deine Füße nass zu machen, wirst fortan im Sumpf leben. Und Du Pipiwharauroa wirst nie wieder ein eigenes Nest bauen können!“
„Aber Du Kiwi, weil Du bereit bist ein solch großes Opfer für mich zu bringen, wirst der bekannteste und am meisten geliebte aller Vögel werden“
Dann übergab Tane den Kiwi der Obhut von Papa, der Mutter Erde. Im Schutz der Dunkelheit und derer Nähe konnte er fortan unbeheligt leben und nachts die Insekten essen, die sonst den Bäumen schaden würden.

Nun wißt Ihr also, warum der kleine Kiwi nicht fliegen kann.
Und um bisschen wissenschaftliches hinzuzufügen. Man hat 2001 festgestellt, dass Kiwis mit australischen Kasuaren und Emus verwandt sind. Zudem nimmt man an, dass sie früher tatsächlich fliegen konnten und so vor ca. 40 Millionen Jahren von Australien nach Neuseeland gelangt sein könnten. Und erst dort mangels natürlicher Feinde am Boden (die einzigen Säugetiere in Neuseeland waren Fledermäuse), die Flugfähigkeit verloren haben.
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Tags: flügel, kiwi, kwiwoche, legende, maori, neuseeland, papa, Pipiwharauroa, Pukeko, tane mahuta, tui
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August 29th, 2008 at 10:52 pm
Eine tolle Geschichte. War Papa Mutter Erde eigentlich ein Transvestit, was sagen die Geschichtsbücher oder besser noch die Einheimischen zu dieser Frage?
August 29th, 2008 at 11:55 pm
Hmm… ich denke die werden sich Fragen warum sich westliche Väter Mütter nennen, wo sie doch Männer sind.
August 30th, 2008 at 12:46 am
Aber dann kann ihnen der Westler erklären, dass sich die Männer im Zuge der Emanzipation alle langsam wie kastriert verhalten und evolutionär in wenigen Jahrzehnten zu Transen transformieren…